Lohnen sich gebrauchte Drohnen? Darauf sollten Käufer achten

Lohnen sich gebrauchte Drohnen? Darauf sollten Käufer achten

Drohnen entwickeln sich technisch schnell weiter. Gleichzeitig sind viele Modelle auch nach mehreren Jahren noch leistungsfähig und für Foto- und Videoaufnahmen, Inspektionen oder andere Einsätze problemlos geeignet. Daher stellt sich für viele Interessenten die Frage: Lohnt es sich, eine Drohne gebraucht zu kaufen?

Die kurze Antwort lautet: Ja, eine gebrauchte Drohne kann sich durchaus lohnen – vorausgesetzt, Technik, Zustand und Herkunft stimmen. Gerade bei hochwertigen Modellen lässt sich gegenüber dem Neukauf häufig Geld sparen.

Allerdings gibt es einige Punkte, die vor dem Kauf unbedingt geprüft werden sollten.

Warum eine gebrauchte Drohne interessant sein kann

Der offensichtlichste Vorteil ist der Preis. Drohnen verlieren – ähnlich wie Kameras oder andere technische Geräte – nach dem Kauf zunächst an Wert, obwohl sie technisch weiterhin einwandfrei funktionieren können.

Dadurch können gebrauchte Modelle ein interessantes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Das gilt besonders für Käufer, die eine höherwertige Drohne nutzen möchten, deren Neupreis außerhalb des vorgesehenen Budgets liegt.

Auch ältere Modellgenerationen sind nicht automatisch technisch überholt. Eine gute Kamera, zuverlässige Flugstabilisierung, Hinderniserkennung oder intelligente Flugfunktionen können für viele Einsatzbereiche noch lange vollkommen ausreichend sein.

Entscheidend ist der technische Zustand

Bei einer gebrauchten Drohne sollte nicht allein das äußere Erscheinungsbild betrachtet werden. Eine Drohne kann optisch nahezu neuwertig aussehen und trotzdem technische Probleme aufweisen.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen unter anderem:

  • Motoren und Propelleraufnahmen
  • Kamera und Gimbal
  • Sensoren und Hinderniserkennung
  • GPS und Flugstabilisierung
  • Fernsteuerung und Verbindung
  • Gehäuse und Drohnenarme
  • Akkus und Ladezyklen
  • Anschlüsse und Speicherkartenslot
  • Firmware und Softwarefunktionen

Vor allem der Gimbal ist ein empfindliches Bauteil. Bereits kleinere Stürze oder harte Landungen können zu Beschädigungen führen, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Zittern im Bild, eine schiefe Kameraposition oder Fehlermeldungen können Hinweise auf Probleme sein.

Aber das Gute vorweg, Drohnen können in den meisten Fällen vollständig repariert werden.

Vorsicht bei gebrauchten Drohnen-Akkus

Ein besonders wichtiger Punkt beim Gebrauchtkauf ist der Akku. Lithium-Akkus unterliegen einem natürlichen Alterungsprozess. Dabei spielt nicht nur die Anzahl der Ladezyklen eine Rolle, sondern auch die bisherige Lagerung und Nutzung.

Wurde ein Akku beispielsweise über längere Zeit vollständig geladen oder entladen gelagert, kann dies seine Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.

Aufmerksam werden sollte man insbesondere bei aufgeblähten, beschädigten oder ungewöhnlich warm werdenden Akkus. Solche Akkus sollten nicht weiterverwendet werden.

Wer eine gebrauchte Drohne kauft, sollte deshalb immer berücksichtigen, dass möglicherweise zusätzliche Kosten für einen neuen Akku entstehen.

Unfallfrei? Nicht immer leicht zu erkennen

Ein klassisches Problem beim privaten Gebrauchtkauf: Die Vorgeschichte der Drohne ist nicht immer vollständig nachvollziehbar.

Ein Absturz muss nicht zwangsläufig deutliche Spuren hinterlassen. Gehäuseteile oder Propeller lassen sich austauschen. Belastungen an Motoren, Armen, Sensoren oder Gimbal können jedoch bestehen bleiben.

Deshalb ist ein Probeflug besonders wertvoll. Dabei lässt sich prüfen, ob die Drohne stabil schwebt, sauber auf Steuerbefehle reagiert und Kamera sowie Gimbal ordnungsgemäß arbeiten.

Auch Fehlermeldungen innerhalb der App sollten vor dem Kauf kontrolliert werden.

Gebrauchte DJI Drohne kaufen: Account und Bindungen prüfen

Bei modernen Drohnen reicht die rein technische Kontrolle nicht immer aus. Je nach Hersteller und Modell können auch Benutzerkonten, Aktivierungen oder Gerätebindungen eine Rolle spielen.

Vor dem Kauf sollte deshalb geklärt werden, ob die Drohne ordnungsgemäß vom bisherigen Nutzer beziehungsweise dessen Account getrennt werden kann und sich anschließend vollständig mit dem eigenen Konto verwenden lässt.

Das ist besonders beim Kauf von privat wichtig. Im Zweifel sollte die Übergabe beziehungsweise Einrichtung gemeinsam mit dem Verkäufer erfolgen.

Zubehör kann den Gebrauchtkauf besonders attraktiv machen

Beim Preisvergleich sollte nicht nur die eigentliche Drohne betrachtet werden. Viele gebrauchte Angebote enthalten umfangreiches Zubehör.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • zusätzliche Akkus
  • Mehrfachladegeräte oder Charging Hubs
  • Ersatzpropeller
  • ND-Filter
  • Transporttaschen oder Koffer
  • zusätzliche Controller
  • weiteres Originalzubehör

Ein gut erhaltenes Komplettpaket kann dadurch deutlich interessanter sein als eine neue Drohne in der Basisausstattung.

Allerdings sollte auch das Zubehör auf Funktion und Zustand geprüft werden.

Privat kaufen oder beim Fachhändler?

Auf Kleinanzeigen und anderen privaten Marktplätzen lassen sich teilweise sehr günstige Angebote finden. Gleichzeitig trägt der Käufer dort ein größeres Risiko hinsichtlich Zustand und Vorgeschichte des Geräts.

Bei einem spezialisierten Händler beziehungsweise einer Drohnenwerkstatt kann der technische Zustand dagegen besser beurteilt werden. Gerade bei höherpreisigen Modellen kann eine professionelle Prüfung vor dem Kauf sinnvoll sein.

Wer bereits eine gebrauchte Drohne gefunden hat, kann diese ebenfalls überprüfen lassen. Eine technische Kontrolle kann helfen, mögliche Schäden oder Verschleiß frühzeitig zu erkennen.

Wann lohnt sich eine gebrauchte Drohne besonders?

Ein Gebrauchtkauf kann vor allem interessant sein, wenn das gewünschte Modell technisch weiterhin den eigenen Anforderungen entspricht und der Preisunterschied zum Neugerät ausreichend groß ist.

Besonders sinnvoll kann eine gebrauchte Drohne sein für Einsteiger, gelegentliche Piloten oder Käufer, die bewusst eine höherwertige Modellklasse zu einem geringeren Preis suchen.

Bei sehr kleinen Preisunterschieden sollte dagegen genau gerechnet werden. Ist das aktuelle Neumodell nur geringfügig teurer, können neuere Technik, ein frischer Akku und die entsprechenden Händlerleistungen den Mehrpreis rechtfertigen.

Gebrauchte Drohne kaufen: Unsere Checkliste

Vor dem Kauf sollten mindestens folgende Punkte geklärt werden:

  1. Gehäuse und Drohnenarme auf Beschädigungen prüfen
  2. Motoren und Propelleraufnahmen kontrollieren
  3. Gimbal und Kamera testen
  4. Sensoren und Hinderniserkennung überprüfen
  5. Akkuzustand und Ladezyklen beachten
  6. Fernsteuerung und Funkverbindung testen
  7. App auf Warnungen und Fehlermeldungen prüfen
  8. Probeflug durchführen
  9. Account- beziehungsweise Gerätebindung klären
  10. Lieferumfang und Zubehör vollständig kontrollieren
  11. Kaufbeleg oder Herkunftsnachweis erfragen
  12. Preis mit aktuellen Neu- und Gebrauchtangeboten vergleichen

Gebrauchte Drohne prüfen lassen

Wer eine gebrauchte Drohne kaufen möchte oder bereits ein gebrauchtes Modell erworben hat, kann den technischen Zustand von einer spezialisierten Drohnenwerkstatt prüfen lassen. Gerade bei hochwertigen Drohnen kann sich eine professionelle Kontrolle von Kamera, Gimbal, Motoren, Sensorik, Akkus und weiteren Komponenten auszahlen.

Auch kleinere Auffälligkeiten sollten nicht ignoriert werden. Ein ungewöhnliches Motorgeräusch, Probleme mit dem Gimbal oder wiederkehrende Fehlermeldungen können auf einen Reparatur- oder Wartungsbedarf hinweisen.

CopterTec unterstützt Drohnenpiloten bei der Prüfung, Wartung und Reparatur von Drohnen. So lässt sich besser einschätzen, ob ein gebrauchtes Modell technisch zuverlässig ist und sich eine mögliche Reparatur wirtschaftlich lohnt.

Gebrauchte Drohne gekauft und unsicher beim Zustand?

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